Hannelore Kraft (SPD)
Anfrage vom 14.11.2010:
Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
die seit Mitte 2010 verbesserten Wachstumsaussichten und die höheren Steuereinnahmen sind eine erfreuliche Entwicklung.
Der reflexartige Ruf von Teilen der Politik nach Steuerentlastungen in Milliardenhöhe ist verantwortungslos. Es gibt
keine zu verteilende "Aufschwungdividende", sondern einen gesetzlich vorgeschriebenen "Konsolidierungszwang".
Als Anlage ist ein Statement mit der Überschrift "Das vergiftete Geschenk" beigefügt. Wie beurteilen Sie den Ruf nach Steuersenkungen?
Mit einem Dank für eine Antwort verbleibe ich
mit freundlichen Grüssen
Siegfried Hildebrandt
Anlage:
Das vergiftete Geschenk (PDF)
Antwort vom 09.12.2010:
Sehr geehrter Herr Hildebrandt,
die Staatskanzlei hat mich gebeten, Ihnen auf Ihre an Frau
Ministerpräsidentin Kraft gerichtete E-Mail vom 14. November 2010 zu
antworten. Zunächst möchte ich voranstellen, dass ich mir mit großem
Interesse Ihre Webseite angeschaut habe. Für Ihr Engagement und Ihr
Interesse am Landeshaushalt von Nordrhein-Westfalen danke ich Ihnen.
In der Tat sind die verbesserten Wachstumsaussichten und die höheren
Steuereinnahmen eine erfreuliche Entwicklung. Für Nordrhein-Westfalen
lassen sich nach den Prognosen des Arbeitskreises Steuerschätzung für
2010 Mehreinnahmen von etwa einer halben Milliarde Euro gegenüber dem
geplanten Nachtragshaushalt erwarten, die vollständig zur Konsolidierung
des Haushalts eingesetzt werden.
Auch wenn wir die Talsohle bereits durchschritten haben, ist die
schwere Wirtschafts- und Finanzkrise jedoch noch lange nicht
überwunden. Steuersenkungen lassen sich momentan nur mit mehr
Schulden finanzieren. Der Vorschlag für Steuersenkungen zu diesem
Zeitpunkt entbehrt daher angesichts der immer noch sehr angespannten
Haushaltslage jeder finanziellen Vernunft.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Bongartz
(Finanzministerium NRW)
Anfrage vom 4.12.2010:
Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
die als Anlage beigefügte Ausarbeitung enthält eine Bewertung der
Europäischen Rettungsschirme. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass auf
Grund der Konstruktion und der Ausstattung der Rettungsschirme die
Notwendigkeit einer Erhöhung nicht ausgeschlossen werden kann.
Mit einem Dank für einen Kommentar von Ihrer Seite verbleibe ich
mit freundlichen Grüssen
Siegfried Hildebrandt
Anlage:
Wie weit reichen die Rettungsschirme (PDF)
Antwort vom 01.02.2011:
Sehr geehrter Herr Hildebrandt,
Ihren Überlegungen entsprechend kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne solvente Euro-Staaten
ihre Garantien für die Europäischen Rettungsschirme erhöhen. Die Entscheidung, ob Deutschland zu einer
solchen Ausweitung bereit ist, obliegt der Bundesregierung. Wir bedauern, dass wir Ihr Anliegen nicht
näher kommentieren können. Uns erreicht täglich eine Vielzahl von Briefen und E-Mails, die unsere
Mitarbeiter nach besten Anstrengungen unmittelbar beantworten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass
regelmäßige Briefwechsel dabei nicht vorgenommen werden können.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Bongartz
(Finanzministerium NRW)
Kommentare zu "Hannelore Kraft"
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